Blick auf die Sammlung – Das Kunstkabinett der Dr. Axe-Stiftung

27. April 2013

4. Ausstellung im Kunstkabinett der Dr. Axe-Stiftung, Kronenburg
Laufzeit: 27.04.2013 – 21.04.2014

Nach Ausstellungen zu einzelnen Themen und Gattungen der Düsseldorfer Malerschule wird in der aktuellen Präsentation ein erster Überblick über die Sammlung der Dr. Axe-Stiftung gegeben. Eine Auswahl von rund 60 Bildern aus dem eigenen Bestand zeigt die Breite und Vielfalt der Düsseldorfer Malerei von den Anfängen in der Spätromantik über den Realismus bis zur Freilichtmalerei um die Jahrhundertwende und den Aufbruch in die Moderne.

Alle Gattungen der Malerei sind in der Ausstellung vertreten: Die Historienmalerei galt in der akademischen Gattungshierarchie traditionell als anspruchsvollste Aufgabe. Typisch für die frühe Schadow-Schule ist die anrührende „Seelenmalerei“, die in der Sammlung der Dr. Axe-Stiftung mit Bildern von Christian Boettcher, Christian Köhler und Carl Ferdinand Sohn vertreten ist. Hermann Plüddemann zeigt mit „Martin Luther auf dem Reichstag in Worms“ Historisches, und Wilhelm Camphausen, Emil Hünten und Christian Sell d. Ä. nehmen Themen aus der Militärgeschichte auf. Eine Auswahl an bemerkenswerten Porträts von Eduard Bendemann über Emanuel Leutze bis Peter Schwingen bezeugt, dass die Historienmaler in Düsseldorf auch im Porträtfach versiert waren.

Die Landschaftsmalerei war seit Johann Wilhelm Schirmer, Carl Friedrich Lessing, Caspar Scheuren und anderen frühen Vertretern des Faches eine besondere Spezialität der Düsseldorfer Malerschule. Die Künstler fanden ihre Motive im Norden und im Süden Europas. Die Brüder Andreas und Oswald Achenbach stehen repräsentativ für den einen wie den anderen Typus. Auf die Phase der Spätromantik folgte in der langen Amtszeit Eugène Dückers (1874-1916) eine vom Realismus und von der Freilichtmalerei geprägte Landschaftskunst. Aus der Dücker-Schule gingen u. a. German Grobe, Olof Jernberg, Hans Hermanns und Helmuth Liesegang hervor. Sie alle sind mit Bildern in der Ausstellung präsent.

Neben Historie und Porträt spielten auch die Genre- und die Stilllebenmalerei in Düsseldorf eine wichtige Rolle. An die Stelle von Kreuzrittern, Königskindern und Heiligen Familien waren alltägliche Szenen mit Zechern und Kartenspielern, Bauern, Fischern und rechtschaffenen Bürgern getreten. Obwohl im offiziellen Akademiebetrieb nicht anerkannt, befassten sich in Düsseldorf auch etwa 60 Künstler und Künstlerinnen mit dem Stillleben. Johann Wilhelm Preyer und dessen Tochter Emilie sowie Jacob Lehnen sind als herausragende Vertreter des Faches zu nennen. Ihre in altmeisterlicher Feinmalerei ausgeführten Blumenstücke und Früchtekompositionen erfreuten sich beim zeitgenössischen Publikum großer Beliebtheit.

Zur Ausstellung erschien im Michael Imhof Verlag ein Katalog mit 280 Seiten und zahlreichen farbigen Abbildungen, hrsg. von Ekkehard Mai mit Beiträgen von Götz Czymmek, Irene Haberland, Ekkehard Mai, Christiane Pickartz, Anke Repp-Eckert, Nicole Roth, Andreas Schroyen, Sabine Schroyen und Silke Tofahrn.




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